Der Podcast über Fußball, Leipzig, Gott und die Welt
Veröffentlicht am 09.04.2026 / 15:33
Jo, schon klar und zentrales Thema von Meigl und Guido im Rückfallzieher-Aufnahmestudio: Ganz Deutschland ist nach dem 2:1 der Bayern im Bernabeu in Manuel Neuer verliebt. „Der wird neuerdings schon gefeiert“, lästert Meigl, „wenn er seine Stützstrümpfe über die Schienbeinschoner bekommt.“ Methusalem Neuer, der sich allmorgendlich steifbeinig aus seinem Schwabinger Wasserbett Modell „Totes Meer“ schält, ziert sich noch, wird aber, so Kenner Guido, nach Titelstories im Spiegel („Ein wahres Sommermärchen. Der Messias mit dem mittigen Seitenscheitel“), im Goldenen Blatt („Manu ganz-ganz-ganz privat“) und in der Apotheken-Rundschau („Mit Omega3-Zäpfchen jung bleiben“) seinen staatsbürgerlichen Pflichten nachkommen und im DFB-Airbus zur WM sitzen.
Der 40-jährige Zerberus wird dort keinen einzigen Ball reinlassen, weil er kein einziges Mal im deutschen Tor stehen, stattdessen neben Kugelblitz Deniz Undav auf der Bank sitzen wird. Die Vorhersage der Podcast-Giganten geht so: Julian Nagelsmann, dessen Nominierungsanruf bei Neuer im Wortlaut bei Bild der Frau erschienen war („verdammt, Ich lieb Dich, ich lieb Dich nicht …“), wird sich nach dem Vorrunden-Aus auf dem Rückflug das Bord-Mikrofon greifen, sagen, dass der Weg das Ziel, ein Vorrunden-Tor besser als kein Vorrunden-Tor ist, er trotz Allwissenheit nicht wissen konnte, dass Oliver Baumann nicht an die Latte kommt, Jo Kimmich langsamer als Yan Diomande ist und ein Mittelstürmer einen dicken Hintern, tiefen Körperschwerpunkt und ein gerüttelt Maß an Lauffäule benötigt. Und während sich Rudi Völler im Cockpit mit diversen Bloody Marys betäubt und DFB-Präsident Bernd Neuendorf mit Heino an der Bar im Wiegeschritt „Hoch auf dem gelben Wagen“ flötet, übernimmt Deniz Undav das Mikro und setzt ein veritables Bäuerchen in den im Anflug auf Frankfurt/Oder (Frankfurt/Main hat die Landeerlaubnis einkassiert) befindlichen A380. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig schnäuzt nach Undavs röhrendem WM-Fazit in ein Adidas-Handtuch, trocknet seine Tränen mit einem Nike-Waschlappen, leert dann eine Red-Bull-Dose und schickt Jürgen Klopp eine Sprachnachricht.
Bild am Sonntag druckt weltexklusiv Klopps Entgegnung: „Habe kein Wort verstanden, Andy, kaust Du auf einer Pferdedecke? Falls Du in Sachen Bundestrainer fragtest: Ja, reizvoll, viel Geld für wenig Arbeit. Aber die bei Red Bull sind scharf wie ein Rettig auf mich, schütten mich mit Kohle zu - ohne Stechkarte, ohne alles! Der Kloppo!“ Meigl und Guido wissen auch, wie es nach der WM weitergeht. Nagelsmann übernimmt Zweitligist Tottenham, Weltmeister Ralf Rangnick wird in der Frankfurter Paulskirche zum Bundestrainer gekrönt und kürt Manuel Neuer zur neuen Nummer eins.
Präsentiert werden die über den Tellerrand illernden Rückfallzieher von Rewe Härzschel, dem - nomen est omen - Supermarkt im Herzen der Stadt. Der Ex-Sport-Manager und glänzend vernetzte Tausendsassa Matthias Härzschel hat das frühere Karstadt-Kaufhaus auf 1700 Quadratmetern mit Leben gefüllt, lässt keine kulinarischen Wünsche offen, bietet zudem ein geräumiges Parkhaus und einen Abholservice. Härzschel sagt, dass RB 3:0
gegen Gladbach gewinnt.
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